Erfahrungen

Erfahrungen von Mitgliedern

Ich möchte hier meine Erfahrungen mit chronischen Schmerzen mit Betroffenen teilen und mein Umgang mit 19 Jahren  chronische Schmerzen zeigen das es auch ein Leben mit chronischen Schmerzen gibt.

Mein langer Weg in ein neues Leben
„Sei selbst die Veränderung, die Du Dir im Leben wünschst!“
Erfahrungen | Michael PrüferEs ist sehr früh am Morgen. Der Mann packt seine Sachen und geht zur Arbeit. Heute schleppt er sich wieder. „Alles hat sich verändert“, denkt er müde und erinnert sich wehmütig an den kleinen Familienbetrieb von früher. Er erinnert sich an private Gespräche mit Kunden und seine Nähe zum Chef. „Alles vorbei“, denkt er: „Abliefern, schnell sein, keine Zeit mehr haben… Wollte ich nicht mal was anderes?“ Müde zieht der Mann seine Arbeitssachen an. In den Augen seines Kollegen sieht er dieselbe Müdigkeit. „Sollten wir nicht etwas ändern“, fragt er beherzt. „Hier ist es sicher“, sagt der Kollege. Der beherzte Moment ist vorbei – der Mann arbeitet lange heute und viel. Er hat abgeliefert… Müde und unerfüllt geht er abends nach Hause. „So muss das Leben wohl sein“, denkt der Mann und schaltet den Fernseher an, um abzuschalten – die Gewohnheit hatte ihn wieder sicher, nichts brauchte sich zu verändern, der leise Ruf nach mehr war gebändigt.

Weiterlesen

So dachte der Mann und machte weiter. Es war früh am Morgen. Der Mann packt seine Sachen. Heute muss er ins Krankenhaus. Seit einiger Zeit schon tun ihm seine Knie weh. Lange schon war er krankgeschrieben und Besserung war nicht in Sicht. „Alles sollte doch wieder so werden wie vorher“, dachte er. Doch die Genesung dauerte lange. Knie, Lendenwirbelsäule, Schmerzen … Jahre voller Medikamente, Operationen, Kämpfen für Rente, Morphium, Dämmerzustände, Gleichgültigkeit und Verzweiflung… und wieder Schmerzen. Arztbesuche, Umschulung, noch mehr Schmerzen, jetzt chronisch. Operationen, Hoffnung, Job, Kredit abzahlen, Versteifung der Wirbelsäule, noch mehr Schmerzen, noch mehr Medikamente. Jahre vergehen.
Es ist früh am Morgen, der Mann liegt im Bett: „Versager“, denkt er. Gleichgültig schaut er an die Decke: „Egal, ob ich aufstehe oder nicht, ich mach eh alles falsch.“ Und wieder dieser Schmerz… Der schwarze Strudel des Mannes wird dunkler und länger. „Toll, mir ist gerade wieder was aus der Hand gefallen, eine Tasse weniger im Schrank“, denkt der Mann. Selbstmitleid, Verzweiflung; ein Gefühl, bestraft und ungewollt, nichtsnutzig zu sein und wieder dieser Schmerz… Der Mann war an seinem Tiefpunkt angekommen!
Und dann: aus der Ferne ein leiser Ruf. Der Mann erinnert sich und beginnt zu hören!
Dieser Mann bin ich, Micha Prüfer. Ich habe die Stimme gehört und sie sagte: „HALT! Was soll das? Wie fühlen sich die Menschen die Du liebst? Das geht so nicht mehr weiter. Ich will wieder am Leben teilnehmen!“
Zu Beginn wusste ich natürlich nicht, wie oder was das bedeuten kann für mich, ich hatte viele Fragen: Zum Bespiel ob ich das Morphin absetzen kann, ob ich das alles in meinem Tempo darf. Natürlich hatte ich auch Angst vor der Veränderung, in all den Jahren sind mir Schmerzen auch zu einem „Freund“ geworden und Morphin meine Krücke. Wie würde es sich anfühlen, ohne Beides zu sein? Wer bin ich dann noch? Ich hatte ja alles andere bereits verloren (Job, Vitalität, Kraft, Freude…). Meine sozialen Kontakte und Gespräche in den letzten Jahren bezogen sich ja hauptsächlich auf die Schmerzen – wäre ich dann wieder alleine? Auch meine Frau müsste ich neu kennenlernen, denn auch hier wurde mein Schmerz zur Liebes-Mauer.
Doch der Entschluss war gefasst, die Türen zu offen, für etwas Neues. Was sich (absolut unerwartet) durch diese offene Tür zeigte, war Reiki. In Potsdam gibt es einmal die Woche einen festen Heilabend-Termin. Meine Physiotherapeutin lud mich dahin ein. Anfangs wollte ich kneifen, konnte mir nicht vorstellen, das Hände auflegen helfen könnte und traute mich dann doch hinzugehen. Erst wurden alle begrüßt, es wurde gesungen und dann durfte ich mich auf eine Liege legen und es ging los. Einer war am Kopf mit seinen Händen und der andere am Körper. Es war angenehm, aber ich brauchte eine Weile, bis ich mich entspannt der Behandlung hingeben konnte. Es fühlte sich gut an, es wurde hell um mich und die Schmerzen wurden weniger. Sie waren nicht weg, aber ich nahm sie weniger wahr. Ich fragte mich: Soll es das sein, was mir hilft und mein Weg in ein schmerz-erträgliches Leben möglich macht? Kann ich die Welt wirklich wieder mit anderen Augen zu sehen?
Und die Antwort ist: JA! Mittlerweile habe ich das Morphin absetzen können; es war kein leichter Weg, doch leichter als ich dachte. Ich sehe die Welt nun wieder klar! Sechs Monate nach meiner ersten Reiki-Erfahrung habe ich selbst das Seminar besucht und lege mittlerweile Hände auf. Ein wichtiger Teil der Reiki-Reise ist es auch, mit Emotionen zu arbeiten, meine Enttäuschung, Angst und so weiter anzugucken, zu verstehen und zu verwandeln.
Ich habe manchmal immer noch Schmerzen. Vielleicht lässt es sich am besten so sagen: doch ich bin frei und klar damit. Damals b8in ich zum Verräter meiner inneren Stimme geworden und habe sie nun wiedergefunden.
Ich möchte mit meiner Geschichte Menschen einladen nicht aufzugeben. Heute möchte ich sagen: Es ist alles möglich – auch das Beste!

M. Prüfer und U. Bleyl

 

Schmerz & Reiki

Meine Erfahrung als chronischer Schmerzbetroffener sind 19 Jahre Schulmedizin, davon wurde  ich 4 Jahre mit Morphin behandelt. Ich habe nicht mehr an Lebenteil genommen da ich zu nichts mehr Lust und keine Ausdauer für schöne und angenehme Sachen wie Freunde und Familie hatte. Das schlimmste in dieser Zeit war, dass ich für meine Enkel nicht da sein konnte, wie ich es gerne getan hätte. Denn für mich drehte sich alles nur noch um meine Schmerzen, dass ich mich fühlte als wäre ich für nichts mehr zu gebrauchen und alles falsch mache.

Dann lernte ich Reiki kennen, bei einem Heilabend wurden mir die Hände aufgelegt, es fiel mir schwer, loszulassen. Aber es fühlte sich gut an. Und so ging ich jeden Mittwoch zum Hände auflegen, und auf einmal konnte ich entspannen und los lassen. Nach diesen Abenden konnte ich durchschlafen, was seit Jahren nicht möglich war, und ich wurde entspannter, so dass die Schmerzen weniger wurden. Ich bin nicht schmerzfrei, aber ich habe durch Reiki gelernt, dass ich den Schmerz selber beeinflussen kann.

Mir wurde in vielen Formen immer erklärt, wie man am besten mit dem Schmerz umgehen soll; mit Tabletten betäuben, PRT-Spritzen – aber nichts hat geholfen oder nur kurze Zeit. Dann wurden die Dosis der Tabletten immer höher oder ein neues Mittel wurde angesetzt. Dank Reiki brauche ich jetzt weniger Medikamente und das Morphin wurde auch abgesetzt, wobei mir das Hände auflegen und der Besuch des Reiki-Seminars sehr geholfen haben, so dass ich jetzt selbst Betroffene helfen kann und möchte.

+++

Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit uns teilen – anderen Betroffenen könnte dadurch sehr geholfen werden. Nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf!